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Region, 12. Juli 2017

Was wird "der Kracher" der Saison?

Betreiber der Open-Air-Kinos in der Region über ihre Erfahrungen und Einschätzungen

Der Hof der Ludwigsburger Karlskaserne - in diesem Jahr Schauplatz des 25. Sommernachts-Open-Air-Kinos.

Welche Filme laufen gut, welche nicht? Wie reagieren Fans auf schlechtes Wetter? Open-Air-Kino-Macher über Zuschauer-Hits und -Flops.

"Open-Air-Kino ist nach wie vor super hip." Michael Eisinger, der die Sommer-Kinos in Bietigheim-Bissingen, Sachsenheim, Bönnigheim und Vaihingen betreibt, versucht mit der Filmauswahl möglichst viele Leute anzusprechen. Wichtig ist ihm aber auch neue Akzente zu setzen und jedes Jahr einen Film zu zeigen, "der den Finger in die Wunde legt."

In Ludwigsburg erwartet den Kino-Fan stets ein "Best of Kinosaison". Auf den traditionellen Klassiker müssten die Fans in diesem Jahr aus lizenzrechtlichen Gründen aber verzichten, berichtet Rainer Storz, Geschäftsführer von Kinokult, der Veranstalter des "SommernachtsOpen-Air-Kino" im Hof des Kunstzentrums Karlskaserne in Ludwigsburg.

Das Dilemma um die Actionfilme kennen beide. "Wir haben jahrelang immer wieder mal einen Actionfilm gespielt, aber die werden nicht angenommen", erzählt Michael Eisinger. Sein Ludwigsburger Kollege Rainer Storz wird noch konkreter: "Die am schlechtesten besuchten Filme im vergangenen Jahr waren Star Wars' und James Bond'. Auch Fast and Furios' im Jahr 2015 lief nicht gut." Ausnahmen könnten maximal Kultfilme sein. Was die Leute sehen wollten, seien Komödien - deutsche, französische und amerikanische, gerne auch mal tiefgründige Geschichten. Zuschauer-Hit in den letzten Jahren war unangefochten "Ziemlich beste Freunde". Der Streifen hat Eisinger 2012 ein absolutes Rekordjahr beschert. Jede Vorstellung sei mit 1000 Zuschauern ausverkauft gewesen. Rainer Storz hat den französischen Import auch 2016 gezeigt. Zusammen mit "Honig im Kopf" und "Monsieur Claude und seine Töchter" war er wieder ein Zuschauergarant.

Apropos Monsieur Claude'. Bei diesem Film denkt Storz mit Stolz an sein Publikum. An dem Abend vor zwei Jahren habe es sehr stark geregnet, erinnert er sich, doch die Zuschauer hätten eine außergewöhnliche Moral gezeigt. Das ist längt nicht immer so. Schlechtes Wetter verhagelt die Bilanzen. In Bietigheim-Bissingen komme erfahrungsgemäß der "harte Kern von etwa 50 Leuten", sagt Eisinger. Mit dem Wetter kalkulieren könne man nicht. Sponsoren-Gelder könnten allerdings das Risiko allzu hoher Einbußen etwas minimieren.

"Die Zuschauer wissen, auf was sie sich einlassen und rüsten sich entsprechend mit Regencapes", hat Rainer Storz beobachtet. Schirme sind verboten. Gespielt werde bei jedem Wetter, zumindest so lange keine ernsthafte Gefahr bestehe. Für diesen Fall aber gebe es ein Sicherheitskonzept. Abbrechen musste der Geschäftsführer von Kinokult noch nie.

Gewappnet sind auch die Veranstalter selbst. Die ganze Technik muss wasserdicht sein. Michael Eisinger hat nochmal kräftig investiert. Einen sechsstelligen Betrag hat der hauptberufliche Versicherungsvertreter in neue Ausstattung gesteckt, denn Bild und Ton seien nun mal die Qualitätsmerkmale schlechthin.

Durch die Ausstattung und Infrastruktur ergebe sich ein hoher Kostendruck, konstatiert Rainer Storz und zählt auf, was alles zu Buche schlägt: die Leinwand (200 Quadratmeter) samt Gerüst und Statik, die Kinotechnik inklusive Beleuchtung und Ton, Bestuhlung (3000 Plätze), Toilettenhäuschen, Absperrgitter und Sicherheitskräfte.

Insgesamt weit mehr als 20 000 Besucher werden nach Schätzungen von Storz nötig sein, um die Kosten zu decken. Genaue Prognosen seien nicht möglich.

Dafür seien auch die Schwankungen bei den Besucherzahlen zu groß. Während es im Jahre 2015 mit über 30 000 Kinofans ausgezeichnet lief, musste Storz letztes Jahr bei 18 Filmabenden mit rund 24 000 Zuschauern ein schwächeres Jahr hinnehmen. 2017 werden in Ludwigsburg 17 Filme gezeigt plus Poetry-Slam. Das Auftaktspecial steht stellvertretend für die Innovationen und Weiterentwicklungen, mit denen man dem enormen Konkurrenzdruck entgegen treten möchte.

Im Bietigheim-Bissinger Freiluft-Kino wird die Zahl in dieser Saison im Vergleich zu 2016 von acht auf 13 aufgestockt.

Und auch sonst ist dieses Jahr einiges anders: Der Hof der Hillerschule kann aufgrund des Sporthallen-Baus nicht genutzt werden. Michael Eisinger und Team ziehen daher auf das Gelände der Realschule im Aurain um. Und wer Ort ändert, kann auch Zeit ändern. Die Termine der beiden Open Air-Kinoveranstaltungen von Ludwigsburg (27. Juli bis 13. August) und Bietigheim-Bissingen (15. bis 27. August) überschneiden sich nicht.

Am 19. August steigt die BZ-Filmnacht mit "Das Pubertier". Abonnenten der Bietigheimer Zeitung bekommen nicht nur vergünstigten Eintritt, sondern auch eine Tüte Popcorn gratis dazu. Filmstart ist wie an den übrigen Abenden auch gegen 21.15 Uhr. In Ludwigsburg beginnt der cineastische Kult etwa eine Viertelstunde später.

Und was bringt die Open-Air-Saison nun? Blockbuster wie "La La Land", "Plötzlich Papa" und "Lion" haben beide Kinos auf dem Programm.

Das Zeug zum Kracher 2017 habe vielleicht "Willkommen bei den Hartmanns", spekuliert Storz. Den ultimativen Tipp will er nicht abgeben - und doch: Wer auf bayerischen schwarzen Humor steht, für den sei "Griesnockerlaffäre" das Richtige. Für Romantiker passe "Der wunderbare Garten der Bella Brown" und Techno-Freaks wären bei "Magical Mystery" an der richtigen Adresse.

http://www.openairkino-bw.de

http://www.openairkino-ludwigsburg.de

VON SANDRA BILDMANN





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